KfW 270 Förderprogramm

Kredite und Tilgungszuschüssen

KfW 270 Förderprogramm

Die öffentlich-rechtliche Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, nimmt bei der Förderung der Energiewende eine herausragende Rolle ein. Seit vielen Jahren unterstützt sie mit Förderkrediten und Tilgungszuschüssen Investitionen in erneuerbare Energien und erforderliche Technologien wie Stromspeicher. Mit ihren Förderprogrammen deckt sie ein großes Spektrum bei alternativen Technologien ab, Privatpersonen können sie genauso wie Unternehmen nutzen. Die KfW bietet vielfältige Kredite für unterschiedliche Zwecke und mit verschiedenen Zielgruppen. Die Programme nummeriert sie durch, zum Beispiel mit KfW 275 und KfW 270. Zugleich ändert sie regelmäßig ihr Angebot. So lief das Förderprogramm KfW 275 für Stromspeicher aus, andere Förderkredite können Investoren weiterhin beantragen, neue Förderarten kommen hinzu.

 

Worin bestehen die Vorteile bei KfW-Förderkrediten
für erneuerbare Energien?

Die KfW erleichtert mit ihren Darlehen Investitionen in mehrfacher Hinsicht. Die wichtigsten Vorzüge sind:

  • liberale Kriterien bei der Kreditvergabe
  • Zinsen unter dem Marktniveau
  • großzügige Bedingungen bei der Rückzahlung
  • bei einigen Programmen ein Tilgungszuschuss

Privatpersonen und Unternehmen beantragen die Kredite teilweise direkt bei der KfW, teilweise über ihre Hausbank. Ein weiterer Unterschied besteht zwischen den Programmen bei den Voraussetzungen. Wer sich für eine Unterstützung interessiert, sollte die Bedingungen ausführlich studieren.

 

KfW Förderprogramm 275

Bis Ende 2018 förderte die Bank mit KfW 275 den Kauf von Stromspeichern. Ab 2019 gilt jetzt die KfW 270. Zuvor gewährte Förderungen gelten bis zum jeweiligen Laufzeitende der Verträge selbstverständlich weiterhin. Die KfW 275 zeigt auch exemplarisch auf, dass die Voraussetzungen für eine Förderung komplex sein können. In diesem Fall existierten folgende Bedingungen:

  • Die KfW 275 konnten alle beantragen, die eine Photovoltaik-Anlage gemeinsam mit einem Batteriespeichersystem neu errichteten. Bei einer Nachrüstung eines Stromspeichers war ebenfalls eine Förderung möglich. Lagen zwischen der Inbetriebnahme der PV-Anlage und des Speichers weniger als sechs Monate, galt wie bei der gleichzeitigen Inbetriebnahme der normale Fördersatz beim Tilgungszuschuss. Bei einem längeren Zeitraum dazwischen profitierten Antragssteller von einem erhöhten Fördersatz.

  • An das Batteriesystem stellte die Bank ebenfalls Anforderungen. Es durfte höchstens eine Leistung von 30 kWp aufweisen, pro PV-Anlage war ein Batteriespeichersystem erlaubt.

  • Weitere Kriterien bei der Förderung betrafen die Nutzung: Investoren verpflichteten sich zu einer Betriebsdauer des Stromspeichers von mindestens fünf Jahren. Zudem durften sie höchstens 50 % des erzeugten Stroms in das Stromnetz einspeisen, mindestens die Hälfte mussten sie selbst verbrauchen.

  • Eine weitere Voraussetzung war ein Standort in Deutschland.

Diese Voraussetzungen waren im Vergleich mit anderen Förderprogrammen vergleichsweise streng. Das Gegenteil trifft auf den berechtigten Kreis an Antragsstellern zu: Er umfasste unter anderem natürliche Personen, Unternehmen, Freiberufler und Landwirte.

 

Konkrete Förderung bei KfW 275

Die Unterstützung setzte sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

  • ein preiswerter Kredit durch die KfW
  • ein Zuschuss vom Bundesumweltministerium

Für den Kredit forderte die KfW-Bank individuelle Zinssätze, die 2017 zwischen 1,1 % und 9,15 % Sollzins lagen. Eine Bereitstellungsgebühr von 0,25 % kam bis zur Inanspruchnahme der Kreditsumme hinzu. Der individuelle Zinssatz basierte erstens auf der persönlichen Bonität inklusive der bereitgestellten Sicherheiten. Die Einordnung erfolgte in den Preisklassen A bis I. Zweitens kam es bei KfW 275 auf die Kriterien Laufzeit, die Anzahl der tilgungsfreien Jahre und die Länge der Zinsbindung an. 

Das Umweltministerium machte den Tilgungszuschuss vom Zeitpunkt der Antragsstellung abhängig. Zum Programmbeginn lag er bei 25 % der förderfähigen Kosten und sank schrittweise auf 10 %. 

 

Förderung mit KfW 270 für Stromspeicher und vieles mehr

Das KfW Förderprogramm 270 zielt ebenfalls auf die Forcierung der Energiewende ab, es bestehen aber einige Unterschiede. Das betrifft unter anderem den Kreis der Antragsberechtigten, die Förderzwecke und die Konditionen. Wie bei der alten KfW Förderung können Privatpersonen, Unternehmen, Freiberufler und Landwirte Kredite beantragen, bei diesem Programm kommen öffentlich-rechtliche Einrichtungen hinzu.

Beim Förderzweck überbietet KfW 270 das Programm 275 bei weitem, mit KfW 270 lassen sich neben Stromspeichern zahlreiche Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien finanzieren. Die wichtigsten Beispiele:

  • Photovoltaikanlagen jedweder Größe
  • Wasserkraftwerke bis zu einer Leistung von 20 MW
  • Windräder
  • KWK-Anlagen, sofern sie auf den Energieträgern feste Biomasse, Biogas oder Erdwärme beruhen
  • Stromspeicher
  • Anlagen und die notwendige Infrastruktur wie Leitungen für Biogas
  • innovative Technologien, mit denen sich unter anderem die Stromnachfrage und das Stromangebot besser ausgleichen lassen

Diese Liste zeigt, dass die KfW mit diesen Förderkrediten die Energiewende umfassend beschleunigen möchte. Die Bank zielt auf fast alle alternativen Energiearten ab und finanziert zusätzlich weitere Infrastruktur und Technologien, beide sind für eine erfolgreiche Energiewende unverzichtbar. Der umfangreiche Anspruch lässt sich auch am maximalen Kreditvolumen von 50 Millionen Euro pro Projekt erkennen. Die Kreditsummen enthalten neben den Kosten für die Anlagen alle Ausgaben für die Planung, Projektierung und Installation.

 

KfW 270 Konditionen: Das bietet die KfW für Stromspeicher

Die Berechnung der individuellen Zinssätze ist bei den beiden Programmen gleich, auch hier kommt es auf die Bonität, die Sicherheiten, die Laufzeit, die Anzahl der tilgungsfreien Jahre und die Länge der Zinsbindung an. Aktuell reicht die Zinsspanne bei den Sollzinsen von 1,03 % bis 7,43 % (Stand: 03.12.2019). Die Konditionen können sich wie bei allen Förderprogrammen je nach Entwicklungen am Zinsmarkt verändern, das gilt aber nur für Neuanträge sowie nach dem Ende der Zinsbindungsfrist. Die Bereitstellungsprovision bis zur Inanspruchnahme des Kredits beträgt ab dem positiven Kreditentscheid 0,15 %, beginnt aber erst nach sechs Monaten und zwei Banktagen. Insgesamt haben Kreditnehmer ein Jahr zum Abrufen der Kreditsumme Zeit. Einen Tilgungszuschuss gibt es bei diesem Förderkredit nicht.

 

Vor- und Nachteile der Förderung

Die öffentlich-rechtliche Bank betreibt zahlreiche Förderprogramme, manche verlieren dabei den Überblick. Bestenfalls vergleichen Interessierte detailliert die Programme, die für sie infrage kommen. Bei einem Vergleich zwischen KfW 270 und der vergangenen KfW Förderung gibt es beim erstgenannten und aktuellen Förderprogramm zum Beispiel folgende Vor- und Nachteile:

 

Vorteile KfW 270

+ erweiterter Kreis der Antragsberechtigten
+ zahlreiche Förderzwecke, kaum Einschränkungen
+ hohe Kreditsummen bis 50 Millionen Euro
+ speziell bei Stromspeichern: keine Vorgabe bei der Nutzung

 

Nachteile KfW 270

- kein Tilgungszuschuss

 

Antragsstellung bei der Hausbank: Wie funktioniert das?

Die Antragsstellung für KfW 270 erfolgt bei der Hausbank. Sie entscheidet über die Kreditvergabe, prüft die Bonität und teilt einen individuellen Zinssatz zu. Einige werden sich fragen, wie auf diese Weise eine liberalere Kreditvergabe und bessere Konditionen als bei einem gewöhnlichen Bankkredit gewährleistet ist. Die großzügige Vergabepraxis liegt daran, dass die KfW die Partnerbanken weitgehend vom Risiko eines Zahlungsausfalls freistellt. Entsprechend haben Bankmitarbeiter weniger Bedenken als bei hauseigenen Darlehen, bei denen sie dieses Risiko vollständig tragen. Die Konditionen wie Zinssätze legt die KfW fest, das können die Hausbanken nur bei der Zuordnung zu den Preisklassen beeinflussen.

Wer an einem KfW Förderprogramm für Stromspeicher und anderes teilnehmen will, muss mehrere Unterlagen einreichen. In der Regel handelt es sich um diese:

  • Dokumente zur Bonität wie Lohnbescheinigungen und Bilanzen
  • Bestätigungen für Kreditsicherheiten
  • Rechnung / Kostenvoranschlag für die Investitionen 
  • Anlagen zum Kreditvertrag, bei KfW 270 mit Angaben zur Investitionsart
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